Aufholjagd

Erst 3:19 hinten, am Ende 89:84 vorn: Die Zweitligabasketballer aus Paderborn boten 1336 Zuschauer im Heimspiel gegen die Milchgesichter der Orange Academy aus Ulm (Durchschnittsalter: 20,7 Jahre) eine spannende Aufholjagd und einen Sieg.

Zweistellig punkteten Maximilian Kuhle und Devonte Brown (je 18), Ethan O'Day (17) und Georg Voigtmann (14). Matchwinner aber war schließlich der junge Guard Luca Kahl mit acht Punkten im Schlussviertel. Till Pape, der schnell foulbelastete Paderborner im Ulmer Trikot, hatte nicht seinen besten Tag. Der 20-Jährige wirkte bei der ersten Rückkehr in seine Heimathalle übernervös und übermotiviert. Er ist halt noch jung. Aber das wird schon.

Nach einem total verschlafenen Auftakt waren die Uni Baskets zur Pause (30:35) wieder dran, weil wenigstens Jungcenter Georg Voigtmann bis dahin wusste, wo der Korb hing: 12 Punkte erzielte er bis zur Pause. Die Wende nahm im von reichlich erfolgreichen Dreiern begleiteten dritten Viertel Gestalt an. Kuhle blies mit drei Treffern aus der "Maximilian"-Distanz binnen 82 Sekunden zur Aufholjagd. Philipp Daubner nahm den Faden auf, sorgte aus der Distanz für die erste Führung (49:47) und legte mit einem weiteren Dreier zum 60:54-Zwischenstand nach 30 Minuten nach. Drittes Drittel: 30:19 für die Baskets. Hut ab.

Warum es im Spiel "Männer gegen Kinder" (O-Ton Ehemaligenlounge) - ohne den 38-jährige Nils Mittmann wäre das Ulmer Durchschnittsalter 18,7 gewesen - trotz netter Heimschiedsrichter bis zum Schluss knapp bleiben musste, blieb unklar. Paderborn profitierte nun deutlich vom breiteren Kader. Die hoch foulbelasteten Ulmer konnten sich hingegen in der entscheidenden Phase auf zu wenig korbgefährliche Spieler verlassen. Glücklicherweise übertrieb ihr Auffälligster, David Krämer (19 Jahre, 19 Punkte), nach seiner spektakulären Korblegeraktion zum 69:72 (35.) das Einzelspiel. Zunächst vergab er - sichtlich ausgepumpt - die "And-1-Zugabe". Bis zur Schlusssirene reichte die Kraft des jungen Burschen nach einer auch nicht neutrale Zuschauer beeindruckenden Vorstellung nur noch zu einem Dunk (79:82/40.). Krämers Würfe aus der Distanz fanden glücklicherweise nicht mehr ihr Ziel. Vielleicht wollte er einfach zu viel. 

Beim 84:85 waren die Ulmer aber immer noch dran, ehe Devonte Brown, der neben den meisten Punkten (18) auch die meisten Turnover (4) produzierte, mit vier verwandelten Freiwürfen den Heimerfolg sicherte. Bemerkenswert, dass Luca Kahl nicht nur auf dem Parkett, sondern auch mit fester Stimme bei der Siegeszeremonie mit den Zuschauern überzeugte. Danach klatschte er nicht nur mit seinen Eltern, sondern auch in der Ehemaligenlounge mit den Veteranen ab. All das hatte er sich redlich verdient. Weiter so.

Am 21. Spieltag geht es für die Baskets am 3. Februar nach Trier (20 Uhr).